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Home Office mit Fritz!Fon 7150

Wenn man ein AVM-Produkt das erste Mal in Betrieb nimmt, hat man das Gefühl, einen alten Bekannten wieder zu treffen. So auch beim Fritz!Fon 7150 – die Inbetriebnahme der DSL-Funktionalität geht ruckzuck: Einfach das Fritz!Fon an die Steckdose anschließen und mit dem Splitter sowie dem PC respektive Notebook verbinden. Danach im Browser http://fritz.box eingeben. Schon öffnet der Browser das Fenster für die Konfigurationssoftware. Wie gehabt geben Sie hier die Zugangsdaten für Ihren Provider ein, konfigurieren alle Einstellungen nach Ihren Wünschen (beispielsweise kann man das übertragene Datenvolumen aufzeichnen lassen. Das ist wichtig, wenn man einen Volumentarif nutzt, was bei professionellen Anwender aber kaum der Fall sein dürfte) und sichern Ihre Konfiguration dann mit einem Passwort.

So weit unterscheidet sich die Einrichtung des Fritz!Fon 7150 nicht von der einer sonstigen Fritzbox. Die auf der CD mitgelieferte umfangreiche, 155 Seite starke Dokumentation im PDF-Format sowie die gedruckte Kurzanleitung für den Schnelleinstieg sorgen dafür, dass auch weniger technikversierte Anwender das Fritz!Fon baldmöglichst produktiv nutzen können. Wer sich bei der Einrichtung des Fritz!Fon 7150 lieber bei der Hand nehmen lassen möchte, kann natürlich auch die mitgeliefert Installationssoftware für Windows nutzen.

Computer lassen sich über LAN und Wlan (802.11b, 802.11g und 802.11g++ – letzteres ist eine proprietäre Erweiterung von Texas Instruments) anschließen. Was das Fritz!Fon 7150 aber so besonders macht: In dem Gerät steckt eben mehr als nur ein DSL-Router (mit Features wie NAT, DHCP-Server, DNS-Server, DDNS-Client, UpnP; bis ADSL2+) samt Wlan Access Point (mit interner WLAN-Antenne in der Basisstation). Diese beiden Funktionen haben komplett in der Basisstation des Fritz!Fon Platz gefunden, außerdem beherbergt die Basisstation aber auch noch die DECT-Funktion des schnurlosen Telefons, die VoIP-Telefonanlage und einen USB-Hub.

An den USB-Port der Basisstation kann man jederzeit eine externe Festplatte, einen USB-Stick und einen Drucker anschließen. Auf die Daten auf der Festplatte oder auf dem Stick greift man dann via FTP zu: Geben Sie dazu ftp://fritz.box im Browser ein. Der USB-Port dient zudem dazu, die Einstellungen, genauer gesagt die Verschlüsselungseinstellungen des Fritz!Fon mit einem eventuell vorhandenen Fritz!Wlan USB-Stick abzugleichen. Dazu stecken Sie den AVM-Stick in den USB-Port.

Die schmucke silberfarbene Basisstation dient aber auch noch wie bei jedem anderen normalen DECT-Telefon zur Aufnahme eines Mobilfunk-Teils, das AVM in diesem Fall übrigens nicht selbst herstellt, sondern von einem Drittanbieter eingekauft hat.

Wenn es um das Telefonieren geht, lässt das Fritz!Fon dem Benutzer die Entscheidung frei, ob er über einen klassischen Festnetzanschluss oder via VoIP die Kommunikation sucht. Die Telefon-Funktion (analog, ISDN, VoIP) des Fritz!Fon samt Anrufbeantworter steht selbstverständlich auch bei ausgeschaltetem PC zur Verfügung. Typische Telefonfunktionen wie Rufumleitung, Makeln, Halten und Dreierkonferenz sowie Freisprechen und Stummschalten werden unterstützt. Auch mehrere VoIP-Nummer lassen sich einrichten, mit speziellen Wahlregeln können Sie festlegen, wann über Festnetz und wann über das Internet telefoniert werden soll, sofern Sie überhaupt die Wahlmöglichkeit haben.

Am Handteil gibt es nichts zu mäkeln, das Telefon liegt gut in der Hand, besitzt ein gut ablesbares mehrfarbiges Display und überzeugt durch eine intuitive Benutzeroberfläche. Alle wichtigen Funktionen wie beispielsweise das Adressbuch sind leicht erreichbar. Ein kabelloses Handgerät mit Farbdisplay befindet sich im Lieferumfang, insgesamt können bis zu sechs Schnurlostelefone angeschlossen werden. Das Fritz!Fon 7150 besitzt zudem einen digitalen Anrufbeantworter und ein Telefonbuch für 200 Einträge. Die maximale Gesprächszeit gibt AVM mit 17 Stunden an, bis zu fünf Tage beträgt laut Hersteller die Stand-by-Zeit. Im mehrere Wochen langen Test machte sich der Akku nie bemerkbar, das Telefon funktioniert immer einwandfrei.

Auf der nächsten Seite lesen Sie, wie es um die Wlan-Funktionalität und um die Sicherheit bestellt ist.

Licht und Schatten

Wer gelegentlich von zu Hause aus arbeiten möchte, wird den Vorteil zu schätzen wissen, dass man mit minimalen Kabelgewirr eine komplette Kommunikations-Infrastruktur für Internet, kabelloses Internet und analoge, ISDN- und VoIP-Telefonie einrichten kann. Doch der Oldie zeigt altersbedingt eben auch einige Schwächen.

So stellt er nur einen einzigen LAN-Anschluss (10/100 Mbit) zur Verfügung, was allerdings für den typischen Einzelkämpfer in den eigenen vier Wänden durchaus reichen sollte (gegebenenfalls können Sie natürlich einen Switch an das Fritz!Fon anschließen, um zusätzliche freie LAN-Ports zu gewinnen. Dann haben Sie allerdings wieder ein weiteres Gerät auf dem Schreibtisch herumstehen und mehr Kabelgewirr). Schwerwiegender ist schon die Tatsache, dass das Fritz!Fon 7150 Wlan nicht IEEE 802.11n, sondern nur die langsameren Wlan-Standards IEEE 802.11b, g und g++ unterstützt, was eine realistische Bandbreite von 20 bis 25 Mbit pro Sekunde ermöglicht. Mittlerweile dürfte aber der schnellere n-”Standard” bei allen Business-Notebooks selbstverständlich sein, selbst viele preiswertere Notebooks und Netbooks ermöglichen bereits das Surfen mit IEEE 802.11n. IEEE 802.11n ist zwar bis dato nicht als fertiger Standard verabschiedet, sondern befindet sich nach wie vor im Entwurfszustand, doch ändert das nichts daran, dass “n” de facto bei modernen Geräten der übliche Kommunikationsweg für Wlan ist.

Konkret bedeutet das also für Fritz!Fon 7150-Benutzer, dass sie via Wlan langsamer unterwegs sind, als es moderne Notebooks eigentlich ermöglichen und dass die volle Geschwindigkeit eines modernen DSL16000-Anschluss nicht kabellos genutzt werden kann. Ebenso dürfte die Verteilung von Streaming-Inhalten via Wlan im Heimnetzwerk rasch an seine Grenzen stoßen, wenn dafür das Fritz!Fon 7150 genutzt wird. Wer allerdings ohnehin nur einen DSL6000-Zugang besitzt, wird nicht ausgebremst. AVM-Kunden, die den Wlan-Anschluss ohnehin nur gelegentlich für das Surfen nutzen und in der Regel auf die LAN-Schnittstelle vertrauen, dürfte es aber kaum stören, dass Wlan nach dem n-Standard nicht zur Verfügung steht. Praktisch: Die Wlan-Funktion kann per Tastendruck direkt an der Basisstation ein- und ausgeschaltet werden ? im Test klappte das zuverlässig.

Bei der Sicherheit zeigt sich das Fritz!Fon 7150 dagegen auf dem aktuellen Stand, WPA2-Verschlüsselung ist voreingestellt. Eine Firewall gehört ebenfalls zur Grundausstattung des Gerätes. Zusammen mit der WPA2-Verschlüsselung bietet das AVM-Modell also zeitgemäße Sicherheit. Wireless Distribution System (WDS) wird dagegen nicht unterstützt. Wenn die Einstellungen des Fritz!Fon einmal komplett verstellt wurden, können Sie durch Eingabe eines Codes das Telefon auf die Werkseinstellungen zurücksetzen. Danach müssen Sie den Zugang zu Ihrem Provider aber wieder neu einrichten, die Adressdaten aus dem Telefonbuch bleiben aber erhalten. Im Test klappte das reibungslos.

Als Dreingabe gibt es interessante Familien-Features wie Babyruf/Direktruf (wenn das Kind irgendeine Taste drückt, wird automatisch eine voreingestellte Telefonnummer gewählt), Raumüberwachung/Babywache (wenn im Raum, in dem sich das Fritz!Fon sich befindet, eine eingestellte Lautstärke überschritten wird, erfolgt automatisch ein Anruf an eine bestimmte Telefonnummer). Und eine Tastensperre sowie ein Weckerfunktion. Auf neue in Abwesenheit eingegangene Anrufe sowie Kurznachrichten weist das Display hin. Mit der Paging-Funktion können Sie das Handteil aufspüren, wenn Sie es einmal nicht mehr finden.

Unser Testfazit und eine Bildergalerie finden Sie auf der nächsten Seite.
Lieferumfang, Preis & Bildergalerie

Die gedruckte Kurzanleitung dient nur für die erste Inbetriebnahme, um aber alle Leistungsmerkmale des Fritz!Fon nutzen zu können, sollten Sie unbedingt das ausführliche Handbuch im PDF-Format lesen, das Sie auf der CD finden. Diese Dokumentation ist ausführlich und gut verständlich, so wie man es von AVM gewohnt ist, wenn es auch mitunter kleine Schnitzer gibt: So wird bei der Konfiguration der Netzwerkkarte unter Linux empfohlen, YAST zu benutzen. YAST steht aber nur für Opensuse-Anwender zur Verfügung, bei allen anderen Linux-Distributionen müssen andere Konfigurationsmethoden, beispielsweise die Kommandozeilenbefehle, verwendet werden. Daran erkennt man, dass das Fritz!Fon schon etwas älter ist: Als die Bedienungsanleitung geschrieben wurde, war Ubuntu noch nicht so weit verbreitet wie heute und im deutschsprachigen Raum Opensuse/Suse noch stärker vertreten.

Der Lieferumfang umfasst: Fritz!Fon 7150, ein 4,25 Meter langes DSL/Festnetz-Anschlusskabel, ein 1,5 Meter langes LAN-Kabel, zwei Akkus (AAA), externes Netzteil, TAE/RJ45-Adapter, CD-ROM mit Software, Installationshilfe und ausführlicher Dokumentation sowie eine gedruckte Kurzanleitung.

AVM bietet wie von dem Berliner Unternehmen gewohnt fünf Jahre Garantie; Support und Neuerungen per Firmware-Update sind kostenfrei. Wer mit dem 7150 reinen Tisch auf seinem Schreibtisch machen möchte, bekommt laut Preisvergleich das AVM Fritz!Fon 7150 zu Preisen ab rund 120 Euro. Amazon verkauft das Fritz!Fon 7150 für 111 Euro.

Fazit: Das Fritz!Fon 7150 ist zwar ein Oldie, für bestimmten Einsatzzwecke ist es aber immer noch vollkommen ausreichend ist und bietet nach wie vor einige wichtige Vorteile. Das Hauptmanko ist sicherlich der Wlan-Support: Zirka 20 bis 25 Mbit sind bei dem g-Standard real möglich, was bedeutet, dass man die Bandbreite moderner DSL 16000-Zugänge nicht ganz per Wlan weitergegeben ausnutzen kann. Bei einem DSL6000-Zugang spielt das allerdings keine Rolle und wer ohnehin den LAN-Anschluss bevorzugt, merkt von diesem Mangel überhaupt nichts. Ebenfalls ein Plus für den Home Office-Einsatz ist das ansprechende Design: Die Ehefrau kann das Fritz!Fon durchaus tolerieren, wenn man regelmäßig zu Hause im Wohnzimmer arbeiten muss und dafür Internetzugang und Telefonanschluss benötigt. Ob, wann und wie das Fritz!Fon 7150 einen Nachfolger bekommt, wollte oder konnte uns AVM noch nicht sagen.

Alternative: Wenn Sie unbedingt einen Wlan-Router mit Unterstützung für den IEEE 802.11n-Standard benötigen, können Sie bei AVM zum Fritz!Box Fon WLAN 7270 N-Standard greifen. Zusammen mit dem AVM Fritz!Fon MT-D VoIP Dect-Telefon bekommen Sie ein absolut zeitgemäßes modernes Paar, das allerdings deutlich mehr kostet. Für das Fritz!Box Fon WLAN 7270 ermittelt unser Preisvergleich eine Preisspanne von 170 bis 230 Euro. Für das Fritz!fon MT-D werden noch einmal rund 43 Euro fällig.

Amazon bietet das Bundle aus Fritz!Box Fon WLAN 7270 N und Fritz!Fon MT-D VoIP für rund 220 Euro an. In jedem Fall müssen Sie dafür also mehr ausgeben als für das Fritz!Fon 7150, bekommen dafür aber nicht nur volles Wlan-Tempo sondern auch vier LAN-Anschlüsse.

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